Wenig Licht und viel Schatten bei den CERATONIA Volleys

Eltmann kommt in Mühldorf unter die Räder

Eine kalte Dusche gab es für Eltmanns Volleyballer nicht nur nach Spielende in der Kabine der Mühldorfer NUTZ-Arena an der Mittelschule, sondern auch zuvor beim Duell gegen den Tabellensechsten aus Oberbayern. Auch wenn sich das Team von Marco Donat im zweiten Satz noch kurz aufraffen konnte und sich dank einer konzentrierten Leistung den Satzgewinn sichern konnte, blickte man kurz nach Spielende in leere und ratlose Gesichter. „Ich weiß gar nicht so recht, was ich dazu sagen soll. Im Namen der Mannschaft möchte ich mich gerne bei den Fans für die letzten beiden Sätze entschuldigen. Wir hoffen, dass wir das schon nächste Woche wieder gutmachen können und geloben Besserung.“, so Kapitän Johannes Engel kurz nach Spielende.

Wie vom Kapitän angedeutet, lief bei den CERATONIA Volleys am Wochenende nicht so wirklich viel zusammen. Besonders im Angriff sollte es an diesem Tag einfach nicht funktionieren und was die Spieler auch versuchten, es sollte am Ende nicht von Erfolg gekrönt sein. Konnte man den Mühldorfer Block einmal überwinden, landeten die Bälle im Aus oder wurden von den flinken Gastgebern verteidigt. Konnte man dann endlich die Chance nutzen und einen Angriff erfolgreich verwandeln, scheiterte man beim Aufschlag am Netz, verpatzte eine Annahme oder berührte beim Blockversuch das Netz. Trotz der unzähligen Fehler stand es am Ende des ersten Satzes nur 20:25 aus Sicht der Unterfranken dank einer ambitionierten Leistung im zweiten Durchgang, bei der es zumindest gelang, die eigene Fehlerquote zu reduzieren, konnte man sich sogar zumindest kurz über einen Satzgewinn freuen. „Im zweiten Satz haben wir jetzt auch nicht wie vom anderen Stern gespielt, aber zumindest konstant unser Spiel durchgezogen. Natürlich hat uns Mühldorf auch etwas in die Karten gespielt und den Fuß vom Gas genommen, sodass wir uns etwas fangen konnten. Vielleicht haben wir uns davon auch etwas täuschen lassen und waren zu früh mit zu wenig zufrieden.“, sucht Routinier Sebastian Richter nach dem Spiel verzweifelt nach Erklärungen für das, was nach der zehnminütigen Pause folgte.

Was Richter damit meinte, zeigte sich nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff. Wie schon im ersten Abschnitt musste der Tabellendritte dabei zusehen, wie sich die Mühldorfer Punkt um Punkt erspielten und die Führung immer weiter ausbauen konnten. Auch wenn nach der ersten Auszeit beim Stand von 4:8 eventuell noch die Möglichkeit bestanden hätte, sich in den Satz zurückzukämpfen, war den Spielern spätestens nach der zweiten Auszeit beim Stand von 10:19 klar, dass es in diesem Satz nichts mehr zu holen geben würde. Selbst die eingewechselten Spieler Simunic, Lieb und Hau konnten nur wenig an der bevorstehenden Klatsche ändern und nach gerade einmal 21 Minuten stand es 12:25 (!) aus Sicht der Gäste.

Im abschließenden vierten Satz wurde es dann erneut richtig bitter für die Zuschauer der Eltmanner, die sich zwar anfangs noch gegen die bevorstehende Niederlage wehrten, an diesem Tag aber einfach nicht genug entgegenzusetzen hatten. Weder Emotionen und Aggressionen noch Galgenhumor oder freies Aufspielen sollte am Samstag von Erfolg gekrönt sein. Nach gerade einmal knapp anderthalb Stunden war dann auch schon Feierabend und den Verantwortlichen und Spielern stand die Enttäuschung und die Ratlosigkeit förmlich ins Gesicht geschrieben, als die Anzeigetafel auf 25:17 sprang. „Heute kann selbst ich nichts Positives in unserem Spiel finden und brauche ein wenig Zeit, um ein paar klare Gedanken zu fassen. Das war heute ohne Frage die schwächste Leistung der Saison und hat auch nichts mit äußeren Umständen, dem Abgang vom Jannis oder irgendetwas anderem zu tun.“, so der sonst sehr positiv gestimmte Ben Bierwisch.

Bevor es dann zurück in Richtung Eltmann ging, konnte man zumindest erkennen, dass die Mannschaft diese Leistung nicht einfach so auf sich sitzen lassen möchte und auch Stunden nach Spielende wurde in der kalten Nacht von Mühldorf vor dem Mannschaftsbus gemeinsam diskutiert und nach Lösungen gesucht. „So etwas passiert halt manchmal und ich bin mir sicher, dass jede Mannschaft schon einmal so eine Phase hatte. Dass wir uns nach dem Spiel noch so intensiv unterhalten haben und gemeinsam geschaut haben, was wir jetzt schnellstmöglich ändern können und müssen, stimmt mich zumindest positiv. Es gab keine persönlichen Vorwürfe und jeder weiß, dass er jetzt erst einmal selbst dafür verantwortlich ist und in den nächsten Wochen im Training und am Spieltag an seine Leistungsgrenze gehen muss. Wenn wir wieder zurück in die Erfolgsspur kommen möchten, dann geht das nur gemeinsam.“, findet Kapitän Engel zumindest ein paar versöhnliche Worte, bevor es nächste Woche schon gegen Mimmenhausen weitergeht.