Fränkisch-Bayerisches Traditionsderby in der Zweiten Volleyball Bundesliga
Das letzte Aufeinandertreffen zwischen dem TSV Grafing und den CERATONIA Volleys Eltmann sorgte nicht nur während, sondern auch nach dem Spiel für reichlich Gesprächsstoff. Nachdem sich die Oberbayern schlussendlich verdient mit 3:1 gegen die Unterfranken durchsetzen konnten, sorgte besonders die rote Karte für VCE- Kapitän Johannes Engel für einige Aufrufe in den sozialen Netzwerken. Dort wurde auch darüber diskutiert, ob es sich beim Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine um ein echtes „bayerisches Derby“ handelt oder nicht. Zieht man den Vergleich zum Fußball und blickt dabei auf die Partie zwischen dem großen FC Bayern München und dem „Club“ aus Nürnberg, sind sich die Experten einig und bezeichnen das mittlerweile relativ ungleiche Duell als „bayerisch-fränkisches“ Derby. Nach einer ausgiebigen Recherche entschuldigt sich der VC Eltmann daher bei allen Franken und Bayern, die sich durch die Bezeichnung „Bayernderby“ verunglimpft wurden und wird in Zukunft mehr Wert auf die richtige Bezeichnung legen. „Ich habe mir das noch einmal ganz genau angeschaut und muss schon zugeben, dass es tatsächlich einige Differenzen zwischen den beiden Regionen gibt. Auch wenn im Internet hauptsächlich von sprachlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Unterschieden gesprochen wird, sehe ich das eher wie Chat GPT. Franken und Bayern sind wie Geschwister – sie können nicht miteinander aber ohne den anderen wäre es auch langweilig.“, schmunzelt Kapitän Johannes Engel.
Nach der Niederlage gegen den TV Rottenburg am vergangenen Samstag wartet man in Eltmann nun schon seit dem Heimsieg gegen den Tabellenletzten aus Langen auf einen Punktgewinn und erinnert nicht nur aus geografischer, sondern auch aus sportlicher Sicht immer mehr an den 1. FC Nürnberg, der seinerseits am vergangenen Sonntag gegen den Tabellenletzten aus Regensburg verlor. Ob es sich dabei um ein bayerisches, ein fränkisch-bayerisches oder fränkisch-oberpfälzisches Derby handelt, darf an dieser Stelle jeder selbst beantworten. Der TSV Grafing ist zwar noch nicht ganz auf dem Level des FC Bayern München angekommen, setzte in den letzten Wochen jedoch immer wieder sportliche Ausrufezeichen, gewann unter anderem sensationell beim vorzeitigen Meister aus Gotha und entschied zudem das nun aber wirklich echte „Bayernderby“ gegen die Konkurrenten aus Mühldorf klar mit 3:0 für sich. Somit ergibt sich für die Volleyballfans aus Franken und Bayern ein sehr spannendes Bild in der Tabelle, wobei Mühldorf momentan noch knapp die Nase vorne hat, Grafing und Eltmann jedoch mit jeweils einem Spiel weniger noch die Chance haben, an der Mannschaft vom Inn vorbeizuziehen. Keine Rolle im bayerisch-fränkischen Konkurrenzkampf spielt diese Saison übrigens der TSV Schwaig, der zwar im echten „Frankenderby“ vor ein paar Wochen die Oberhand behielt, diese Saison aber eher um den Klassenerhalt kämpft und nichts mit den oberen Tabellenregionen zu tun hat. Da nun hoffentlich alle regionalen, geografischen und politischen Fragen geklärt werden konnten, freut man sich in Eltmann nun endlich auf das vorletzte Heimspiel der Saison und möchte dabei eine zumindest erfolgreiche Hinrunde mit einem Heimsieg krönen. „Wenn man ganz genau ist, zählt das Spiel am Samstag ja eigentlich noch zur Hinrunde, in der wir uns eigentlich sehr gut präsentiert haben und mit den Topteams der Liga mithalten konnten. Vielleicht ist das ja ein gutes Omen und wir können mit einem Heimsieg gegen Grafing eine erfolgreiche Hinrunde krönen.“, hofft Manager Reschke sehnsüchtig auf einen Punktgewinn.
Ob die CERATONIA Volleys am Samstag wieder in Bestbesetzung antreten können, steht zu Redaktionsschluss leider noch nicht fest und es bleibt fraglich, ob die verletzten Leistungsträger Melf Urban und Gavra Meduric rechtzeitig fit werden. Unabhängig von der personellen Situation bleibt Trainer Karlovic gewohnt gelassen und positiv. Der Wahlfranke aus Waldbüttelbrunn weiß um die Qualitäten seiner Spieler und macht sich persönlich keinerlei Gedanken um mögliche personelle Engpässe. „Jeder meiner Spieler genießt mein absolutes Vertrauen. Ich sehe unter der Woche ja, was die Jungs draufhaben und glaube fest an meine Mannschaft. Solange wir sechs einsatzfähige Spieler zur Verfügung haben, bin ich optimistisch und glaube an uns.“, so Karlovic.
Anpfiff zum Nachholspiel zwischen Eltmann und Grafing ist am kommenden Samstag wie gewohnt um 19:30 Uhr in der Georg-Schäfer-Halle in Eltmann. Neben den spektakulären Aufführungen der Black Angels, dürfen sich Fans beider Mannschaften zudem auf einige kulinarische Leckerbissen freuen. So warten nicht nur erfrischende alkoholfreie Getränke und leckere Snacks auf die Gäste- und Heimfans der beiden Mannschaften, sondern eben auch kühles fränkisches Bier, das den Namen „Bayerisch Hell“ trägt und somit bestimmt für die nächsten Diskussionen führen dürfte. Wem das noch nicht genug sein sollte, darf gerne noch seinen „Senf dazugeben“ und darüber philosophieren, ob der leckere Leberkäse traditionell mit süßem oder mittelscharfen Senf verzehrt werden sollte. „Ich bin ja mal gespannt was Thomas dazu sagt – er ist ja quasi ein fränkischer Bayer und kann sicherlich am besten beurteilen, was sich gehört und was nicht.“, so Cateringexperte Josh, der schon seit Beginn den Wurstdurst der Zuschauer stillt und sich stets über konstruktive Kritik der Fans freut.