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Sportliche Superlative der Oshino-Volleys Eltmann

2. BL Süd Volleyball: 20 Siege und ein Top-Pokalspiel gegen den TV Bühl prägten die Saison

Eine blitzsaubere Saison legten die Eltmanner Volleyballer sportlich in der abgelaufenen Bundesligasaison hin. Bereits ein Jahr vorher erreichten sie mit 20 Siegen und 54 Punkten den Vizemeistertitel hinter dem SV Fellbach, der damals auf 58 Punkte kam.

Schon dies war ein nahezu sensationelles Ergebnis, doch in der jetzigen Saison kam man bei erneut 20 Siegen selbst auf 58 Punkte, was den souveränen Meistertitel vor dem SV Schwaig bedeutete.

Für Milan Maric war das möglich, da von den vier Niederlagen in der Saison 2016/17 zwei erst im Tie Break zu Buche standen und es selbst bei der einzigen nach Sätzen klaren Niederlage in Schwaig im dritten Satz zu einem Rasierklingenritt kam. Auch bei der einzigen Heimniederlage am letzten Heimspieltag, im Derby gegen Hammelburg, standen zwei Sätze buchstäblich auf des Messers Schneide. Manager Rolf Werner ließ sich die Enttäuschung nicht anmerken.

Mit Zuspieler Merten Krüger hatten die Eltmanner einen stets zuverlässigen Akteur, der in der Liga mit 9 MVP-Medaillen den 2. Platz erreichte und mit Max Kolbe einen bisweilen artistisch aufspielenden Derwisch als Libero, der den Ball mit fast allen Körperteilen, mit dem Kopf, der Schulter, der Brust, dem Knie und den Füßen unter Kontrolle zu bringen versuchte, damit auch zweimal zu MVP-Ehren kam.

Einen großen Schritt nach vorn machte in dieser Saison Mircea Peta mit bisweilen echten Hammeraufschlägen und einer gegenüber dem Vorjahr deutlich verringerten Fehlerquote, wobei er seinen Zenit noch vor sich hat.

Thiago Welter, dem Brasilianer, gelang dies zweimal und in mehreren Spielen war er es, der in kritischen Phasen mit Geschick und Kampfgeist zur Aufholjagd blies.

Lediglich einmal in der gesamten Saison standen die Eltmanner nicht an der Tabellenspitze. Das war am 2. Spieltag, als die Oshinos spielfrei hatten und sich Rüsselsheim auf Platz 1 spielte. Das regulierte sich eine Woche später wieder, und Eltmann gab anschließend die Poole position nicht mehr ab. Im Oktober und November folgte Sieg auf Sieg, lediglich in Grafing, bei den vom Verletzungspech geplagten Fellbachern und gegen Rüsselsheim II mußte man einen Satz abgeben.

Dazwischen lag noch das Top-Pokalmatch gegen den TV Bühl, in dem man kurz vor einem sensationellen Erfolg stand, und Routinier „Hubschrauberto“ Quero nochmals zu ganz großer Form auflief. Man unterlag letztlich im Tie Break, war aber bereits im dritten Satz nur vier Punkte vom Sensationssieg entfernt.

In Leipzig begann das Match mit einer katastrophalen Auftaktphase, Leipzig führte im ersten Satz bereits 19:12. Doch dann drehte Kapitän Richter auf, und sorgte dafür, dass der Satz noch mit 23:25 an den VC Eltmann ging. Die nächsten Sätze liefen klar im Sinne des Tabellenführers ab.

Den ersten Punktspiel-Dämpfer gab es dann am 26. November in Mainz, als man nach Sätzen bereits 2:0 führte, doch das Spiel anschließend kippte. Man unterlag dem Team von Aline Reinhardt, das sich zur Höchstleistung aufschwang, letztlich im Tie Break mit 15:9. Damit war eine Siegesserie von 20 Spielen in Folge (ausgenommen das Pokalmatch gegen den Erstligisten) unterbrochen und die Botschaft für die Mitkonkurrenten war: Eltmann ist verwundbar.

Bereits eine Woche später griff Verfolger Schwaig im Eschenbacher Hangar nach dem Sieg, doch in einem packenden Match liefen neben Zuspieler Krüger und dem MVP Libero Kolbe auch Welter und Nürnberger zu großer Form auf und sicherten den 15:10-Tiebreak-Sieg.

Im nachfolgenden Derby im von starken Nebel umschlossenen Hammelburg lief es anfangs mit zwei klaren Satzerfolgen nach Plan, doch im dritten Satz wurde das Match wie ein rollender Ball auf der Netzkante. Mit 31:33 gelang Eltmann dank einem überragenden Engel der Sieg. Wäre das Glück in diesem Satz den Hammelburgern hold gewesen, hätte das Match noch kippen können.

Mit dem Sieg in Hammelburg waren die Oshino Volleys Herbstmeister und noch vor dem Weihnachtsfest konnte man sich gegen Mainz für die dortige Tie-Break-Niederlage revanchieren.

Der Jahreauftakt 2017 war alles andere als freudig, denn in Schwaig hagelte es vor 700 Zuschauern eine 3:0-Niederlage, keiner im Eltmann-Team bis auf Kellermann kam an seine Normalform heran.

Wunden lecken war angesagt, doch die Nerven hielten im folgenden Nachholespiel gegen Stuttgart beim 3:0-Sieg stand, Krüger zeigte sich in Top-Form.

Eine Woche später gegen Vorjahresmeister Fellbach, der wieder auf mehrere Langzeitverletzte zurückgreifen konnte, brannte im Eschenbacher Hangar wieder die Luft. Die Richter & Co hatten großes Glück, dass sie nach 1:2-Satzrückstand den vierten mit 25:23 auf die Habenseite brachten und dann im Tie Break mit 15:12 das Feld als Sieger verlassen konnten. Mircea Peta hatte dabei seinen großen Auftritt, holte sich das MVP-Gold und wiederholte dies in den nachfolgenden drei Wochen noch zweimal.

Eltmann führte mit zeitenweise acht Punkten Vorsprung die Tabelle an, bezwang Dresden mit 3:0 und nahm auch die Hürde bei den spielstarken Rüsselsheimern, nachdem es im ersten Satz beim 27:29 richtig heiß herging. Krüger und Welter waren die Erfolgsgaranten gegen das Ferradas-Team, dass mit 0:3 den Kürzeren zog.

Nachfolgend im Match gegen Grafing war der erste Satz knapp, doch dann lief es.

In Stuttgart verschlief man den 1. Satz, musste in den Tie Break, der dann 7:15 gewonnen wurde, wobei Youngster Schippmann als wertvollster Oshino-Akteur geehrt wurde.

Auch im Heimspiel gegen Leipzig kam der Oshino-Motor nur langsam auf Touren, die Maric-Mannen verloren Satz 1 mit 19:25, doch dann standen klare Sätze zugunsten Eltmanns zu Buche.

Doch auch für einen Spitzenreiter läuft nicht alles automatisch, und dem Karlovic-Team aus Hammelburg gelang ein nicht erwarteter 3:1-Sieg in Eltmann. Lediglich Routinier Chris Novak blieb von der Nervosität im Team verschont, versuchte, die Niederlage abzuwenden. Doch es reichte nicht, und damit hieß es auch in letzter Sekunde, für die Heimspiele: Weiße Weste ade!

Doch der Punktvorsprung als Spitzenreiter war nach wie vor enorm, und noch drei Auswärtsspiele am Stück standen an, so das Doppel-Wochenende gegen Freiburg und Friedrichshafen II.

Auch für die Freiburger, die ihren Trainer würdig verabschieden wollten, galt, dem Favoriten noch ein Schnippchen schlagen und es wurde tatsächlich wieder eine heiße Kiste. Eltmann gewann Satz Nr. 1, Freiburg den zweiten, die Oshinos den dritten und die Freiburger holten alles aus sich heraus, gewannen vor 600 Fans den vierten Satz mit 30:28 und anschließend auch den Tie Break mit 17:15.

Ein Punkt fehlte den Oshino Volleys noch zum Meistertitel, der sollte einen Tag später in Friedrichshafen gesichert werden. Am Bodensee war der nötige Punkt dank dem VBL-Ticker schon da, denn Schwaig musste in Grafing in den Tie Break.

Mit dem Titel fest in der Tasche gab es für Milan Maric und seine Eltmanner auch im Spiel gegen die Youngstars aus Friedrichshafen wenig Probleme, wenngleich im ersten und im dritten Satz (22:25) die Schützlinge von Adrian Pfleghar ordentlich dagegenhielten.

Am letzten Spieltag, als alle Partien der 2. Bundesliga gleichzeitig begannen, wurden die Eltmanner Oshinos in Delitzsch noch einmal richtig gefordert.

Angereist mit einem Fanbus und den Trommlern des Fanclubs „Red Barons“ erkämpften sich die Eltmanner trotz eines 16:12-Rückstandes nach einem Triple-Ass von Peta und einer starken Schlußphase von Welter mit 22:25 den ersten, anschließend mit 19:25 auch den zweiten Satz, wobei auch Nico Bitsch und Tobias Werner ihre Aktionen hatten.

Welter verletzte sich, und der 3. Satz ging sehr deutlich mit 25:14 an Delitzsch. Da die Sachsen auch den 4. Satz für sich entschieden, mussten die Richter & Co. Zum sechsten Mal in der Punktspielsaison in den Tie Break. Hier führten die Delitzscher, von ihren Fans angefeuert mit 5:2. Doch Eltmann kam wieder heran, machte durch Kellermann mehrere Punkte über die Mitte, und siegte letztlich mit 13:15. Dann wurde gefeiert, die Vorstände Peter Knieling und Rolf werner umarmten sich, Frank Heumann schoß Hunderte Bilder vom und nach dem Spiel, und im Bus mit dem Pokal wurde mit dem Fanclub und den Cheerleaders gesungen und weiter gefeiert.

Mit dem Empfang beim Eltmanner Bürgermeister, dem Eintrag in das Goldene Buch wenige Tage später fand die sportlich eindrucksvolle Bundesligasaison ihren würdevollen Abschluß.

Die Oshino Volleys spielten mit: Sebastian Richter, Nicola Poluga, Chris Novak, Johnny Engel, Mircea Peta, Max Kolbe, Thiago Welter, Merten Krüger, Hansi Nürnberger, Sven Kellermann, Timon Schippmann, Tobias Werner, Heriberto Quero, Nico Bitsch, Ersatz Max Kessel – Trainer Milan Maric, Assistent Michi Mahr

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