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Leipzig mit wahrem Feuerwehrstart

2. Volleyball-BL Süd: VC Oshino Eltmann -L.E. Leipzig 3:1 (19:25, 25: 17, 25:11, 25:16)

Eltmann. Letztlich souverän, aber mit einem holprigen Start besiegten die Oshino-Volleyballer im heimischen Eschenbacher Hangar die mit viel Kampfgeist angereisten Leipziger in einem stets interessanten Spiel zur Freude der gut 550 Fans.

Mit starken Aufschlägen und einem Kampf um jeden Ball in der Annahme legten die Leipziger los und dominierten im ersten Satz. Ungläubig nahmen dies ein Großteil der Zuschauer zur Kenntnis und die Eltmanner versuchten, auf dem Feld nach dem Brechstangenprinzip das Spiel unter Kontrolle zu bekommen. Peta und Welter feuerten aus allen Rohren, aber mit der Genauigkeit haperte es zu Beginn sowohl bei den Aufschlägen wie auch bei Hinterfeldangriffen.

Die Leipziger machten enorm Druck, besonders Hähner (6) und Kühlborn (8) brachten Aufschläge auf Erstliganiveau und die Mittelblocker Weber (3) Freese (4) und zeigten sich anfangs in Top-Form. Im Mittelteil des Auftaktsatzes setzten sich die Gäste ab von 7:10 bis auf 12:19. Milan Maric brachte dann seinen Leipzig-Spezialisten Sebastian Richter, den Kapitän und frischgebackenen Vater einer Tochter, die am Donnerstag das Licht der Welt erblickte, Glückwunsch dazu auch auf diesen Weg. Doch trotz eine eindrucksvollen Asses konnte Richter den Satz nicht wie in Leipzig kippen. Eltmann kam zwar auf 15:19 heran, doch dann hämmerte Peta einen Aufschlag ins Aus, Schippmann steuerte anschließend ein schönes Ass bei, doch es stand schon 18:23 und dann war schon Satzball angesagt. Welter gelang noch ein eindrucksvoller Punkt, doch die Leipziger bejubelten den 19:25-Erfolg schon wie den halben Sieg.

Vor dem 2. Satz forderte Maric dann konsequenteres und genaueres Spiel von seinen Akteuren, die dann auch sorgsamer mit den Aufschlägen umgingen und den gegenerischen Block zunehmend narrten. Über die Stationen 10:8 gab es nach einem langen hochklassigen Ballwechsel mit 12:12 nochmals Gleichstand. Doch dann brachten Aktionen von Schippmann und Welter sowie ein starker Block die 16:12-Führung, die Oshino-Volleys zogen nach einem herrlichen Ballwechsel, den letztlich der Leipziger Kühlborn ins Netz hämmerte, auf 20:14 davon. Peta und Schippmann machten dann mit 25:17 den Sack zu, es stand 1:1.

Im dritten Satz mischten dann die Eltmanner meisterlich auf, über die Stationen 9:4 mit eindrucksvoller Fußabwehr des Oshino-Liberos zog man bis auf 22:10 unaufhaltsam davon. Bemerkenswert das Doppel-Ass von Peta, mit viel Beifall bedacht und endlich auch mehrere Punkte nach Aufsteigern von Poluga und Kellermann über die Mitte war der 3. Satz eine Lehrvorführung, die Welter mit dem Satzball zum 25:11 am Block vorbei krönte.
Milan Maric äußerte sich nach Spielende: „Wenn ich vom ersten Satz absehe, in dem uns die hochmotivierten Leipziger regelrecht niederwalzten, haben wir heute deutlich besser gespielt als in Stuttgart. Ich wußte, dieses Tempo kann Leipzig nicht ewig durchhalten.“

Im 4. Satz zog Eltmann schnell auf 6:2 davon, doch die Leipziger von Trainer Thomas Bauch wollten nochmal dagegenhalten, kamen durch Kühlborn bis auf 9:8 heran.
Doch Milan Maric trieb seine Jungs an, nach Welters 15:11 und einem sehenswerten Zartball über den Block durch den Leipziger Burgartz (12) regierten wieder die Oshinos, denn Leipzig haute seine anfangs so exakten Aufschläge ins Netz. Schippmann hatte noch ein Doppel-Highlight mit zwei Assen in Folge, davon eines mit Netzrolleffekt.
Gleich den ersten Matchball katapultierte Kühlborn, der Sports&Travel MVP der Leipziger direkt ins Netz. Unter dem Beifall der Red Baron-Trommelbatterie, der tanzenden und lachenden Lucky Angels und der 500 in der Halle wurde an Merten Krüger das MVP-Gold überreicht.

Letztes Saison-Highlight im Eschenbacher Hangar wird nächste Woche das Derby gegen Hammelburg sein, wenn es vermutlich die Zuschauerhöchstzahl der Saison in Eltmann geben wird. Doch die Hammelburger wollen genausowenig Punktgeschenke verteilen wie die Stuttgarter und die Leipziger, mit denen sie sich selbst einen harten Abwehrkampf gegen den Abstieg liefern.

Die Eltmann-Oshinos haben inzwischen mit 52 die 50-Punktemarke geknackt. Im Vorjahr lagen sie zu Saisonende mit 54 hinter Fellbach (60) auf dem Vizerang, doch diesmal haben sie noch vier Spiele vor sich. Auf den Medaillenrängen ist Schwaig mit dem früheren Eltmanner Coach Janosik der Vizetitel nicht mehr zu nehmen, die Mainzer von Aline Reinhardt dürften sich mit ihrem Sieg in Freiburg Bronze gesichert haben. Diese beiden Teams sind die Einzigen, die in der laufenden Saison den Eltmann-Oshinos je einmal das Fürchten lehren durften.
-romü-

Eltmann: Poluga, Peta, Kolbe, Welter, Krüger, Kellermann, Schippmann, Richter, Novak, Engel, Werner, Bitsch, Quero – Trainer M. Maric, Assistentin M. Mahr

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